Wie ich mein „Warum“ gefunden habe

Zu Beginn der Reise in die Selbständigkeit als Dienstleisterin oder Dienstleister ist es eines der ganz großen Themen:

  • Wen möchte ich ansprechen?
  • Wer ist meine Zielgruppe und wer ist mein Wunschkunde?
  • Und was ist die Grundlage, die mich antreibt – Was ist mein Warum?

Erste Überlegungen

Wenn man sich mit diesem Thema beschäftigt, sich in Foren tummelt, sich Netzwerken anschließt, haben die meisten am Anfang einen ähnlichen Ansatz: Ich möchte erstmal Kunden gewinnen und halte mein Zielgruppe groß. Ich möchte ja niemanden ausschließen, der evtl. mit mir zusammenarbeiten möchte. Da bilde ich keine Ausnahme. Spitzer positionieren kann ich mich ja immer noch, wenn es “läuft”, dachte ich.
Aber was heißt denn, “es läuft”? Das hatte ich nicht zu Ende gedacht. Möchte ICH denn eigentlich mit jedem zusammenarbeiten? Läuft es, wenn ich jeden Auftrag annehme, egal wie die Zusammenarbeit läuft?
Ok, also erstmal einen Schritt zurück.
Mit wem möchte ich gern zusammenarbeiten, wen kann und möchte ich unterstützen? Tipps und Methoden gibt es ja viele, seine Traumkunden zu visualisieren. Alter, Wohnort, Beruf, Hobbys, Interessen, Familienstand…

Die Traumkundin

Eine Idee von meiner Traumkundin hatte ich schon. Weiblich, ledig, jung sucht… 😂 Naja, so ähnlich.
Aber es fühlte sich irgendwie noch so blutleer an.

Später habe ich verstanden, warum genau es hakt: Meine Traumkundin war eine reine Kopfentscheidung. Für den Anfang schonmal nicht ganz verkehrt, aber eben eindimensional wie die Kulissen in Italo-Western.

Dann kam ein kleiner, für mich erstmal unscheinbar wirkender Workshop im Rahmen eines Festivals. Bianca Fritz stellte die Frage nach unserem Warum.
Naja, ist ja nicht so schwer.

  • selbstbestimmt arbeiten
  • arbeiten von wo ich will
  • meine Zeit selbst einteilen
  • mehr Zeit für die Familie
  • mit meiner Expertise anderen helfen
  • mit meiner Leidenschaft Geld verdienen

Das isses doch eigentlich. Oder wie?

Alte Erlebnisse – Neue Perspektiven

In dem Workshop ging es das erste mal für mich tiefer. Und das Warum wurde von einer anderen Seite beleuchtet. Hin vom “was ich mir wünsche” zum “was meiner Meinung nach falsch läuft“.

Und da passierte etwas, mit dem ich tatsächlich nicht gerechnet hatte: Ich wurde richtig wütend und hatte das Gefühl: Da muss und will ich etwas tun!
Verdammt: Mich kotzt es schon mein ganzes Schul- und Berufsleben an, dass introvertierte und stille Menschen wie ich oft überhört und übersehen werden.
Im Schulzeugnis stand jedes Jahr wieder: „Sie muss mehr aus sich rauskommen und sich mehr am Unterricht beteiligen.“ Das Wissen war da, die Note trotzdem nicht so dolle. Wer kennt es?
Im Berufsleben setzt es sich fort: Es heißt es, sich darzustellen, zu trommeln und von sich zu überzeugen.

Plötzlich stand es glasklar vor mir:

Ich möchte introvertierte Selbständige sichtbar machen. Auf ihre, bzw. unsere Art: Leise und nachhaltig.

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Mein Warum – da ist es!

Ein kraftvoller Gedanke, der mir einen ganz neuen Energieschub gegeben hat.
Ich weiß ziemlich genau, womit Introvertierte struggeln. Was sie blockiert, was sie sich nicht zutrauen (Hallo Impostor-Syndrom) und was ihnen nicht zugetraut wird.
Und dass sie ihre Komfortzone nicht dauernd verlassen müssen. In Reels zu tanzen funktioniert für viele – wenn sie Spaß daran haben. Aber es ist nicht der heilige Gral. Es geht auch ohne.

Wow, das ist meine Mission. Mein Antrieb. Mein Warum. Und meine Leidenschaft!
Und ob meine Kundin 30 ist oder 55, aus Bottrop kommt oder im Van am Strand lebt, einen krummbeinigen Dackel hat oder einen karierten Kanarienvogel ist mir völlig wumpe! Wichtig ist vielmehr, dass wir ähnlich ticken. Dass ich ihr mit meinem Wissen und meiner Leidenschaft weiterhelfen kann. Und dass ich eine weitere Introvertierte in die Sichtbarkeit bringe!

Das haben wir gemeinsam

Wir sind oft nicht besonders gut darin, uns in der Gemeinschaft zu behaupten, unsere Stärken hervorzuheben und spontan zu argumentieren.
Durch meine Reise in der Selbständigkeit lerne ich gerade mehr und mehr introvertierte Selbständige kennen. Und mit vielen habe ich etwas gemeinsam: Wir schreiben gern. Denn beim Schreiben können wir in Ruhe nachdenken, formulieren, Gedanken sammeln. Es kommt nicht auf Schlagfertigkeit an.
Deshalb liebe ich Websites. Eine eigene Website ist ein so großartiges Medium, um unsere Expertise zu zeigen. Zu zeigen, wer wir sind, für was wir stehen und was wir der Welt zu bieten haben.

Sind für uns nicht die Blogs erfunden worden? Naja, zumindest sind sie wie für uns gemacht.
Ich freue mich darauf, noch viele introvertierte Selbständige bei ihrem Weg der Selbständigkeit zu unterstützen und mit ihnen “ihre” Website zu entwickeln.

Ich weiß wie groß die technische Herausforderung dabei sein kann. Wenn auch das ein Punkt ist, der dich noch davon abhält, endlich sichtbar zu werden, lass uns gemeinsam schauen, wir wir dich und dein “Warum” in die Welt bringen.

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